Häufige Krankheiten bei Aquarienfischen

Bild von Wikimedia Commons. Weißpünktchenkrankheit bei einem Buntbarsch.
Weißpünktchenkrankheit bei einem Buntbarsch.
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Bakterielle Flossenfäule (englisch: fin rot)

Männliche Kampffische sind wegen ihrer langen Flossen besonders gefährdet. Flossenfäule kann durch schlechte Wasserqualität oder einen anderweitig geschwächten Allgemeinzustand des Fisches verursacht werden. Die Schleierflossen zerfallen, werden an den Rändern ausgefranst und verfärben sich. Oft folgt ein Pilzbefall. Flossenfäule wird mit Salz, antibakteriellen Mitteln und in schweren Fällen mit Antibiotika behandelt.

Pilz (englisch: fungi)

Kampffische sind anfällig für Pilze. Saprolegnia und Achlya gehören zu den Pilzgattungen, die Fische befallen können. Pilzbefall kann durch zu schnelle oder starke Temperaturschwankungen ausgelöst werden, durch infizierte Mückenlarven oder durch nicht gefressenes Futter, das einem Pilz Nährstoffe liefert. Auch eine durch schlechte Wasserqualität, Verletzungen oder Krankheiten geschwächte Verfassung kann Pilzbefall begünstigen.

Der Pilz sieht wie weißer „Schimmel“ aus und tritt oft am Maul, an den Kiemen oder an Wunden auf, zum Beispiel an Flossen nach Flossenfäule. Behandelt wird er mit Salz und speziellen Pilzmedikamenten.

Columnaris („Pilz“ oder „Maulpilz“)

Eine häufige Fischkrankheit, die leicht mit Pilz verwechselt wird, ist Columnaris. Sie wird durch das Bakterium Flavobacterium columnare (auch Flexibacter columnaris) verursacht. Viele „Pilzmedikamente“ für Aquarienfische sind eigentlich gegen Columnaris gedacht, weil die Krankheit so häufig ist und so oft mit Pilz verwechselt wird. Während Pilz einen „wolkigen“ weißen Belag bildet, ähnelt Columnaris eher weißen „Warzen“ auf dem Fisch – häufig an den Lippen (dann fälschlich „Maulpilz“ genannt), am Kopf oder am Rücken.

Bauchwassersucht (englisch: dropsy oder Malawi bloat)

Der Bauch schwillt an, oft so stark, dass die Schuppen an den Bauchseiten deutlich abstehen. Auch die Augen können hervortreten. (Hinweis: Viele Kampffische haben von Natur aus leicht hervorstehende Augen.) Der Fisch nimmt eine charakteristische Körperform an, die man am leichtesten von oben erkennt.

Dies ist eigentlich keine Krankheit, sondern ein Symptom, das auf alle möglichen inneren Infektionen hinweisen kann. Am häufigsten kommt es bei Buntbarschen, Karpfen und Labyrinthfischen vor. Weibliche Kampffische bekommen Bauchwassersucht leicht nach der Eiablage. Sie kann ansteckend sein, muss es aber nicht.

Bei Aquarienfischen nimmt man drei Hauptursachen an: zu viel Salz, ein langer Aufenthalt in schlechtem Wasser oder eine falsche Ernährung, die Parasiteninfektionen verursacht hat. Weitere Ursachen können Vergiftungen, innere Verletzungen und Krebs sein.

Bauchwassersucht ist unter Aquarianern gefürchtet, weil der Fisch gewöhnlich nicht mehr gerettet werden kann, wenn die Symptome deutlich sichtbar sind. In Einzelfällen kann sie mit einer starken Salzbehandlung und gegebenenfalls Antibiotika behandelt werden. Das Wichtigste und Schwierigste ist, die Krankheit rechtzeitig zu erkennen.

Manche Aquarianer unterscheiden zwischen Dropsy und Bauchwassersucht. Sie bezeichnen Dropsy als Infektion von Niere oder Leber und Bauchwassersucht als allgemeine Flüssigkeitsansammlung im Bauch.

Weißpünktchenkrankheit (auch Ichthyophthiriose; englisch: white spot disease oder ich; wissenschaftlich: Ichthyophthirius multifiliis)

Der Fisch bewegt sich hektisch und kann beim Schwimmen wie ein Wimpel im Sturm aussehen. Nach zwei oder drei Tagen erkennt man viele kleine weiße Punkte auf dem Fisch. Das sind kleine Parasiten, die schnell von Fisch zu Fisch übertragen werden können. Sie befallen Haut und Kiemen.

Behandeln kann man sie mit verdünntem Formaldehyd (HCHO), Malachitgrün oder Methylenblau. Im Aquarienhandel gibt es viele Mittel gegen Weißpünktchenkrankheit. Da die Parasiten einen Lebenszyklus haben, in dem sie zeitweise gegen Medikamente immun sind, sollte die Behandlung mehrere Tage dauern.

Weißpünktchenkrankheit ist ein guter Grund, keine Wildfische oder andere Tiere direkt aus der Natur ohne lange Quarantäne ins Aquarium zu setzen.

Samtkrankheit (englisch: velvet, lateinisch: Oodinium oder Piscinoodinium)

Sie sieht wie feiner goldgrauer bis weißer Staub auf dem Fisch aus. Der Fisch kann außerdem sehr kurzatmig werden, den Appetit verlieren und träge werden.

Verursacht wird sie durch den Parasiten Oodinium pillularis. Auslöser können Ammoniak/Ammonium und Nitrit oder viel zu hohe Nitratwerte sein.

Im Handel gibt es Medikamente dagegen. Die Behandlung sollte möglichst früh beginnen, bevor innere Organe befallen werden.